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6. März Sirenenprobe

Noch immer kein Feuerwehrhaus 

Auto steht im Freien bei der FF Großalbershof – Jahreshauptversammlung stand unter schlechten Vorzeichen


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Sie kamen schon mit getrübter Stimmung zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung, die Mitglieder der Feuerwehr im Sulzbacher Ortsteil Großalbershof. Tage zuvor sollte im Stadtrat endlich der Neubau ihres Feuerwehrhauses beschlossen werden. Die Stadt konnte in der Ortsmitte hierfür ein entsprechendes Grundstück erwerben. Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug welches die Wehr vor Corona erhalten hat passte nicht mehr in das bestehende Gerätehaus. Übergangsweise wurde es in einem landwirtschaftlichen Gebäude untergebracht. Der Pachtvertrag für die Stadt Sulzbach lief aus und konnte nicht verlängert werden. Deshalb steht das Tragkraftspritzenfahrzeug nun seit gut einem Jahr bei Wind und Wetter in der Ortsmitte vor dem alten Gerätehaus der Wehr im Freien. Wegen 20 Quadratmeter Schulungsraum wurde die Thematik im Stadtrat nochmals um gut drei Wochen verschoben, es zeichnete sich keine Mehrheit ab. Aber der Reihe nach. Zunächst gab Kommandant Alexander Luber seinen jährlichen Bericht ab. Die Wehr besteht derzeit aus 31 aktiven. Diese hatten im vergangenen Jahr 13 Einsätze abzuarbeiten. Darunter drei Brände, einer davon der Großbrand einer Industriehalle in Kauerhof. Die restlichen Einsätze waren alle technische Hilfeleistungen. Eine blieb dem Kommandanten dabei besonders in den Gedanken. Ein Verkehrsunfall mit einem überschlagenen PKW im Zuständigkeitsbereich der Wehr auf der Bundestraße B85. Mit schweren technischen Gerät musste damals an dem Fahrzeug gearbeitet werden. Unterstützung erhielt man von der Stützpunktwehr aus Sulzbach-Rosenberg. Der Dank Lubers galt zudem den Kameraden, die den Sprechfunklehrgang in Schwend und den Gerätewartlehrgang in Regensburg erfolgreich absolvierten. Ebenso dankte der Kommandant seinem Stellvertreter Michael Gebhardt der ihm sehr viel Arbeit abnehme. Und dann folgte die Thematik Gerätehaus. Luber hätte an diesem Abend gerne endlich die Pläne vorgestellt, leider wurde dies wegen der Verschiebung im Stadtrat, die nach hitziger Diskussion erfolgte nichts. Vertreter aller Stadtratsfraktionen fanden den Weg zur Jahreshauptversammlung der Wehr. Er wolle nicht öffentlich nachtreten, so Luber, aber ganz unkommentiert konnte er einige Äußerungen aus der Sitzung dann auch nicht lassen. Die Wehr solle doch weiterhin den Lehrsaal der Wehr in Sulzbach benutzen. Ein Schreiben des federführenden Kommandanten Armin Buchwald bescheinigte, dass die Wehr lediglich in den Jahren 2009 und 2013 einige Male den Lehrsaal nutzte. Das ist doch auch klar, wir machen das alles ehrenamtlich, neben Familie und Beruf, da will man den Schulungsabend der Wehr doch auch in den eigenen Räumen abhalten, ohne das man groß erst wohin fahren muss. Hier brachte Luber dann auch zwei Beispiele. In Sulzbach steht ein Rüstwagen, warum nutzen denn den die Rosenberger nicht mit, die haben einen neuen bekommen. Oder umgekehrt in Rosenberg gibt es einen Aufenthaltsraum, in Sulzbach wurde trotzdem einer gebaut. Sein Angebot an die Stadträte folgte prompt. Stellt euch doch mal Nachts um 02:00 Uhr mit uns bei Wind und Wetter zur Verkehrsabsicherung raus, dann würdet ihr schnell merken, dass nach Einsätzen auch ein Raum benötigt werde in dem man sich aufwärmen kann oder erlebtes gemeinsam miteinander nochmals verarbeiten kann bei schlimmen Verkehrsunfällen. Nachts um 04:00 Uhr fährt dafür keiner mehr nach Sulzbach oder stellt sich gar ins Freie. Beim Hochwasser im eigenen Ortsteil standen die Aktiven der Wehr sprichwörtlich in der Scheiße. Wir hatten nicht einmal die Möglichkeit uns irgendwo grob zu reinigen oder uns in einem Raum zu stärken. Die Wehr stehe nach wie vor zu ihrem Wort mit den Eigenleistungen, das geht aber nur wenn der Schulungsraum im Plan auch mit eingezeichnet ist, denn kein Mensch baut ein Haus ohne Esszimmer, oder verzichtet auf eine Küche weil andere Teile der Familie im Nachbarort eine haben. Ohne den Schulungsraum würde zudem auch die staatliche Förderung wegfallen und damit auch die Eigenleistung der Wehr sinken, das käme unterm Strich teurer wie mit Schulungsraum, stellte Luber eine Vergleichsrechnung auf. Auch der Abriss könnte größtenteils in Eigenleistung gemacht werden, so Lubers Angebot. Mit den Worten eine berühmten Trainers die sich jährten, „ich habe fertig“ beendete Luber dann sein Wachrütteln. Es folgten staatliche Ehrungen für drei verdiente Mitglieder durch die anwesenden Vertreter der Landkreisführung. Für 25 Jahre wurden Erwin Schneider und Wolfgang Friedrich geehrt. Für gar 40 Jahre aktiven Dienst Peter Klughardt.

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Der Aufbruch in eine neue Zukunft blieb der Wehr mit dem Gerätehaus noch verwehrt, dafür geht der Feuerwehrverein mit neuer Führung die kommenden Aufgaben an. Es standen Neuwahlen an. Nach 18 Jahren als erster Kommandant und nun 12 Jahren als Vereinsvorstand machte Manfred Friedrich Platz an der Spitze für die nächste Generation. Aber auch er konnte sich einen Kniff in Sachen Geräthaus nicht verkneifen. Der neue Rüstwagen in Rosenberg habe rund 600.000 € gekostet, er gönne ihnen diesen auch, verstehen muss man deshalb nicht warum bei unserem Gerätehaus dann so ein Drama gemacht werde, denn es koste weniger als ein einziges Fahrzeug und das mit 20 Quadratmeter Schulungsraum. Durch die Neuwahlen führte in gewohnter humorvoller Art und Weise der Wahlleiter Norbert Ertl. Die Geschicke des Vereins führt künftig Tobias Falk. Ihm steht Peter Klughardt als Stellvertreter zur Seite. Die Vorstandschaft ergänzen als Kassier Thomas Luber, Schriftführer Philip Kogelbauer und Jugendwart Andreas Schneider. Als Vertrauensperson steht Manfred Friedrich dem Gremium künftig weiter zur Seite.

Den Abschluss der Versammlung bildeten die Grußworte. Bürgermeister Michael Göth dankte dem scheidenden Vorsitzenden für sein Wirken. Er habe die Wehr nach außen immer hervorragend vertreten. Auch allen geehrten galt sein Dank und Anerkennung. Den Appell des Kommandanten an die Stadt und den Stadtrat habe er verstanden, so Göth. Er wolle kein Öl ins Feuer gießen. Die erneut angebotenen Eigenleistungen nehme er mit ins Rathaus, er hoffe auch die Vertreter der Fraktionen haben diese wahrgenommen. Vor der kommenden Sitzung des Stadtrates werde er nochmals zu gemeinsamen Gesprächen mit allen Fraktionen und der Wehr einladen. Göth selbst hoffe endlich dieses Geräthaus auf den Weg bringen zu können, man habe lange gekämpft und stehe jetzt endlich kurz vor dem Ziel und das sollte man jetzt schaffen, so Göth abschließend. Auch Kreisbrandrat Fredi Weiß richtete einen Appell an alle Anwesenden. Eine gut funktionierende Wehr braucht die entsprechende Ausstattung und Unterbringung. Auch die Landkreisführung biete nochmals ihre Unterstützung an. Er gratulierte allen geehrten auch im Namen von Kreisbrandinspektor Christof Strobl und Kreisbrandmeister Thomas Wiesent. Gerade auch die schnellen Wahlen haben ihm gezeigt, hier passt alles! Das besondere Ehrenamt „Feuerwehr“ habe jegliche Unterstützung und Unterbringung verdient, denn die Kameradinnen und Kameraden können es sich nicht aussuchen, wann sie ihrem Hobby nachgehen. Sie tuen dies mit ihrer Bereitschaft 365 Tage im Jahr, so Weiß.

Auf abschließende Grußworte der anwesenden Fraktionsvertreter hoffte man vergebens.

Text und Bilder: Jürgen Leißner

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